Inseln im Gardasee

Der Gardasee ist der größte See Italiens, aber nicht alle wissen, dass er ganze 5 Inseln aufweisen kann, die ein Paradies für Liebhaber der Natur, der Schifffahrt und des Tauchsports sind.

Isola del Sogno (Trauminsel)


Die Isola del Sogno liegt bei Malcesine und ist nach dem sich dort befindenden Val di Sogno (Traumtal) benannt. Bei niedrigem Wasserstand, kann sie zu Fuß erreicht werden.
Sie ist nämlich nur 20 Meter vom Ufer entfernt. Bei Tauchern ist die Insel bekannt, weil hier seit 1987 ein 16-Meter-langes Wrack in 40 Meter Tiefe Metern liegt. Das Wrack ist auf zwei Arten erreichbar: vom Ufer aus, einer Kette folgend, an der das Wrack festgemacht ist, oder vom Wasser aus, indem man entlang der Führungsleine am Fender in die Tiefe taucht.

 

Isola dell'Olivo (Oliveninsel)


Die Isola dell'Olivo liegt ebenfalls bei Malcesine und ist einer der Bezugspunkte bei der berühmten "Centomiglia" Segelregatta. Die Insel ist recht urwüchsig, eignet sich aber dank zahlreicher glatter Felsen zum Sonnenbaden. Auch diese Insel ist ein beliebtes Ziel für Taucher, die hier in ca. 13 Meter Tiefe eine kleine Höhle mit zahlreichen Wasserpflanzen und -Tieren besuchen können (tiefste Stelle 30 Meter). Nördlich von der Insel liegt ein circa 10-Meter-langes Schiffswrack, das zu einem Zufluchtsort für verschiedenste Fischarten geworden ist.

 

Isola di Trimelone


Die Isola di Trimelone liegt vor dem Brenzoner Ortsteil Assenza. Die kleine Insel erscheint bedeutungslos, ist aber in Wirklichkeit Zeuge der ereignisreichen Geschichte Italiens im 20. Jh.: von den zwei Weltkriegen bis hin zu den sogenannten „anni di piombo” zwischen den späten 60er und frühen 80er Jahren. Vor dem 1. Weltkrieg wurde die Insel aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage bei Navene, wo die Grenze zu Österreich verlief, als Militärposten ausgebaut. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gebiet um die Insel von den Deutschen, Italienern und Amerikanern als Kriegsmülldeponie verwendet. 1954 kam es dann zur großen Katastrophe: gegen 23 Uhr des 5. Oktobers explodierte ein Munitionslager und es brach ein 3-tägiger Brand aus, der die halbe Insel zerstörte. In jüngster Zeit wurden 24.700 Sprengkörper wie Bomben, Granaten und Zünder im See geborgen.
Heutzutage ist die Insel eine ruhige Naturoase, in der zahlreiche Möwen und Kormorane ungestört brüten. Auch heute noch sind einige Militärgebäude zu erkennen: wir sehen die Kaserne, das Fort und die Überbleibsel eines kleines Hafens. Die Insel ist aufgrund der Überreste aus dem Krieg Sperrgebiet und darf nicht betreten werden. Am besten kann man die ihre Schönheit vom Segelboot aus betrachten, vom Wind getragen und in Harmonie mit der umliegenden Landschaft. Man kommt nahe genug heran, um die Faszination dieser wilden und mysteriösen Insel zu erleben.

 

Isola di San Biagio (Sankt Blasius Insel)


Die Isola San Biagio, auch Isola dei Conigli (Haseninsel) genannt, liegt am Westufer bei Manerba Porto Torchio. Wie der Name andeutet, sind auf der Insel zahlreiche freilebende Hasen zuhause, die sich an die Anwesenheit der Menschen gewöhnt haben. Wenn der Wasserstand niedrig ist, kann die Insel von Festland aus über eine Landzunge zu Fuß erreicht werden. Es steht allerdings auch ein Taxiboot zur Verfügung. Auf der Insel können Sie Sonnenliegen mieten und eine Erfrischung an der Bar genießen.
Für Gäste des Campingplatzes San Biagio ist der Zutritt kostenfrei, währenddessen externe Besucher eine Eintrittsgebühr zahlen müssen. Das kristallklare Wasser und der wunderbare Blick auf die Klippen von Manerba ziehen zahlreiche Touristen und Taucher an. Hier befindet sich eine der bemerkenswertesten Tauchstellen im Gardasee. Der „Scoglio dell'Altare“ bietet eine Felswand, die bis zu 150 Meter in die Tiefe führt und für ihre gelben Schwämme und eine Höhle voller Barsche, Hechte, Schleien, Aale und Ukeleie bekannt ist. Der Geschichte nach wurde die Insel zur Erprobung von großkalibrigen Waffen genutzt, bevor sie zu einem Erholungsort wurde.

 

Isola del Garda


Die Isola del Garda ist die größte der fünf Inseln im Gardasee. Sie liegt in der Nähe von Capo San Fermo, in San Felice del Benaco, und wird auch Isola Borghese genannt.
Die Insel war lange Zeit in Piratenhänden, bevor sie zu einem religiösem Zentrum wurde.
Der Heilige Franziskus von Assisi machte sie zu einer Einsiedelei und der Heilge Bernhardin von Siena wandelte diese in ein Franziskanerkloster um, das unter Napoleon zerstört wurde. Heute ist die Insel ein Privatgrundstück, das von der Adelsfamilie Cavazza aus Bologna bewohnt wird. Sie ist nur nur mit einer vorher gebuchten, autorisierten Führung für Besucher zugänglich. Die herrschaftliche Villa wurde Ende des 19. Jh. im neugotisch-venezianischen Stil erbaut. Sie ist von einem üppigen Garten mit zahlreichen einheimischen und exotischen Pflanzen und seltenen Blumen sowie einem Park mit Pinien, Zypressen, Zitronenbäumen, Magnolien und Agaven umgeben. Die circa 2-stündige Führung beinhaltet ein Begrüßungsgetränk und ist auch für Familien geeignet und kleine Hunde zugänglich (extra Gebühr). Der Besuch auf der Isola del Garda bietet nicht nur ein Naturerlebnis sondern auch jede Menge Kultur. In der Villa können Aquarelle von Pierangelo Capretti bewundert werden und von April bis Oktober finden regelmäßig Konzerte im Garten statt.